Bodega-Porträts //

25.10.2021

Javier Sanz Viticultor

– alte Reben, große Weine

Bis heute bezeichnet sich Javier Sanz als einfacher Winzer, obwohl er für viel mehr als nur den handwerklichen Weinbau in Rueda steht.

Trotz oder gerade aufgrund seiner tiefen Verwurzelung mit dem Terroir und der Tradition des berühmten Weißweinanbaugebietes Altkastiliens gilt er als unermüdlicher Erneuerer und notorischer Perfektionist.


Eine neue Bodega inmitten der Weinberge


2 Sanz

110 Hektar Weinberge in den besten alten Lagen, davon sind etwa die Hälfte über 50 Jahre alt.
© Bodega Javier Sanz


Als Javier Sanz in vierter Winzer-Generation den Grundstein für die Erzeugung großer Verdejos legte, konnte er schon auf beste alte Lagen in der DOP zurückgreifen. Auch wenn seine Vorväter vor allem von der Bereitung offener Weine gelebt hatten, war das Bewusstsein für besonderen Lagen innerhalb der Familie immer sehr ausgeprägt. Heute verfügt das Weingut über 110 Hektar beste Weinberge, davon rund die Hälfte weit über 50 Jahre alt. In mühevoller Arbeit hat die Familie viele alte Parzellen erneuert und zum großen Teil auf niedrige Drahtrahmen gezogen. Das Winzerdorf La Seca befindet sich im historischen Kern der Appellation und gilt als Mekka für hervorragendes Lesegut, da sehr karge steinige Böden vorherrschen, die mit Sand und Lehm vermischt sind und strukturierte und mineralische Gewächse hervorbringen. Seit diesem Herbst findet die komplette Weinbereitung in der neuen Kellerei inmitten der Weinberge statt. Die pittoreske Bodega im Ortskern von La Seca mit den alten Keltereinrichtungen wird in Zukunft nur noch weintouristischen Zwecken dienen.


1 Sanz

Weinbau ist hier Familiensache: In mühevoller Arbeit haben die Sanz‘ viele alte Parzellen erneuert.
© Bodega Javier Sanz

 

Zwei Weinlinien bestückt mit Spezialitäten


Im Laufe der Zeit hat der Tüftler Javier Sanz mit seinem langjährigen Kellermeister Santiago de Íscar das Portfolio der Bodega beträchtlich ausgebaut. Das Weingut bietet zwei unterschiedliche Weinlinien mit jeweils fünf beziehungsweise vier Gewächsen an. Unter dem Namen Javier Sanz entstehen ein junger sowie ein im Barrique vergorener Verdejo. Schon bei diesen beiden Gewächsen greift das Team auf vierzigjährige beziehungsweise über fünfzigjährige Reben zurück. Eine eindrucksvolle Ergänzung erfährt das Verdejo-Portfolio von Javier Sanz in Form eines Semidulce mit etwa 30 Gramm Restzucker. Darüber hinaus entsteht ein Sauvignon Blanc sowie eine rote Spezialität, die in Rueda wohl ihresgleichen sucht. Der experimentierfreudige Winzer bestockte vor einigen Jahren einen Weinberg mit der aus dem spanisch-portugiesischen Grenzgebiet stammenden Bruñal, die schon nach wenigen Jahren sehr gute Ergebnisse hervorbrachte. So entstand vor drei Jahren erstmals ein mit etwas Holzausbau unterlegter sortenreiner Bruñal unter gleichem Namen. Allerdings wird dieser für Rueda doch reichlich exotische Tinto als IGP-Qualität vermarktet.


Verdejo als Kunstwerk


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Unter dem Namen Javier Sanz entstehen ein junger sowie ein im Barrique vergorener Verdejo. Dafür greift das Team auf vierzigjährige beziehungsweise über fünfzigjährige Reben zurück.
© Bodega Javier Sanz


Viel Aufsehen wurde der zweiten Produktlinie zuteil, die ebenfalls drei Verdejos umfasst. Um auf fünf Winzergenerationen der Familie Sanz aufmerksam zu machen, entschlossen sich Javier Sanz und seine Frau eine Serie aus der Taufe zu heben, die sich Colección V nennt. Gerade die beiden Lagen-Verdejos V Malcorta und V 1863 begeistern anspruchsvolle Verdejo-Fans. Bei Malcorta handelt es sich um einen speziellen Klon, der sehr kleine Trauben mit hohen Säurewerten hervorbringt und von Javier Sanz wiederbelebt wurde. Rund fünf Hektar dieser vergessenen Sorte sind bereits angelegt worden. Für viele Rueda-Kenner ist indes der inzwischen legendäre V 1863 der Gipfel der Kollektion. Der Wein aus dem Pago de Saltamontes gilt als einer der besten Verdejos der Welt und als Meisterstück der Familie Sanz, was die Rückgewinnung alter Weinberge und Klone angeht. Nur etwa 2.800 Flaschen werden aus der 2,27-Hektar-Parzelle gewonnen. Das saftig-dichte Gewächs wird lange auf Hefe ausgebaut und vermittelt einen einmaligen Rückblick auf das Profil der Verdejo vor der Reblaus, von Javier Sanz in subtiler Form in unsere Zeit hinübergerettet. Im selben Rebstück von 1863 fand sich zudem eine unbekannte rote Sorte, von der Familie als Tardillo bezeichnet und als Rotwein mit zehn Monaten Holzausbau unter der Marke Colorado erstmals 2016 der Weinwelt zugänglich gemacht. Den Abschluss der Kollektion macht der restsüße und sehr leichte Verdejo/Moscatel „Late Harvest“, der zu drei Teilen aus jeweils einer Partie spätgelesenen, rosinierten und gefrorenen Trauben gewonnen wird. Es gibt wohl kaum einen Erzeuger, dem es gelungen ist, die Verdejo in einer solchen Vielseitigkeit zu präsentieren, und dies auf höchsten Niveau.

 

Kontakt für den deutschen Markt:
Begoña Lopez – kontakt@lopez-tafall.de

Kontakt:Berta Durán
Export Manager
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